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Grundstückgewinn: Besteuerung im Zuzugskanton 

13. Apr, 2018

Im Jahr 2008 verkaufte eine Steuerpflichtige ihr Haus im Kanton Bern und erwarb um­gehend eine Ersatzliegenschaft im ­Kanton Genf. Die Grundstück­gewinnsteuer wurde deshalb auf­geschoben. Im Jahr 2010 ­verkaufte die Frau auch ihr Genfer Haus – ohne danach ein anderes zu ­kaufen. ­

Darauf erhob der Kanton Genf Grundstückgewinn-Steuern.

Die Steuerverwaltung Bern war damit nicht einverstanden und gelangte ans Bundes­gericht. Sie argumentierte, dass bei einem Verkauf innerhalb von fünf Jahren der «alte» Kanton zuständig für die Grundstückgewinnsteuer sei.

Das ­Bundesgericht wies die Klage ab. Eine Mindesthaltedauer von fünf Jahren sei in diesem Zusammenhang rechtlich nicht haltbar und deshalb dürfe der Kanton Genf den Grundstückgewinn der Frau be­steuern. Die Betroffene reduzierte so ihre Steuerschuld von CHF 1,9 Mil­lionen nach Berner ­Tarif zum günstigeren Tarif in Genf für nur rund CHF 1,4 Millionen. (Quelle: BGE 2C_70/2017 vom 28.9.2017)

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