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Tendenz zu vermehrten Einleitungen zu Steuerstrafverfahren

9. Jan, 2014

Steuerstrafverfahren werden meistens bei versuchter oder vollendeter Steuer­hin­terziehung eingeleitet. Eine versuchte Steuerhinterziehung kann bereits dann vorliegen, wenn Leistungen zwischen Gesellschaft und Anteilsinhaber einem Dritt­vergleich nicht standhalten und man davon ausgehen muss, dass dieses Miss­verhältnis dem Leistungsempfänger bewusst war oder bewusst sein musste. Dies ist insbesondere bei geldwerten Leistungen der Fall, die vom Anteilsinhaber be­wusst in Kauf genommen werden.

Als geldwerte Leistungen können folgende Beispiele gelten:

– übersetzte Spesen, übersetzter Lohn, übersetzte Zinsen

– Privataufwände geschäftsmässig verbucht

– zu geringer Privatanteil Miete

– Privatanteil Geschäftswagen nicht korrekt verbucht

– als Aufwand verbuchte Aktiven

– Verzicht auf Rückvergütungen

– Erwerb von Vermögen zu übersetztem Preis

– Verkauf von Vermögensteilen unter dem Verkehrswert.

Es liegt am steuerpflichtigen Unternehmen zu beweisen, dass Missverhältnisse, die der Steuerbehörde auffallen, geschäftsmässig begründet sind.

Bis anhin war es oft üblich, dass Unternehmen eine Entdeckung von geldwerten Leistungen einkalkulierten und mit einer einfachen Aufrechnung der Steuer­be­hörde rechneten. Diese bewusste Inkaufnahme von geldwerten Leistungen wird aber vermehrt mit empfindlichen Strafen wie Nachsteuerverfahren, Straf­steuerverfahren und Schuld der Verrechnungssteuer auf der geldwerten Leistung plus Verzugszins geahndet.

Aufgrund des Massgeblichkeitsprinzips der eingereichten Jahresrechnung kann eine von der Steuerbehörde erkannte geldwerte Leistung steuerlich nicht rück­gän­gig gemacht werden, es ist auch kein Storno in der Buchhaltung möglich.

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