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Versicherungsschutz bei Freizeitunfällen

18. Okt, 2013

Das Bundesgericht hat ein vorteilhaftes Urteil für Teilzeitbeschäftigte gefällt: Ob die geleisteten Arbeitsstunden auch für einen Versicherungsschutz bei Frei­zeit­un­fällen ausreichen, darf laut Gericht nicht nur anhand des Jahres­durchschnitts er­mittelt werden.

Beim konkreten Fall arbeitete ein Landwirt Teilzeit als Angestellter und erlitt beim Reinigen seines Hofes in seiner Freizeit einen Unfall. Die obligatorische Versicherung des Teilzeit-Arbeitgebers lehnte den Versicherungsschutz ab mit der Be­grün­dung, dass Nichtberufsunfälle nur dann gedeckt seien, wenn das wöchentliche Arbeitspensum mindestens acht Stunden betrage. Der Betroffene habe im Jahr total aber nur neunzig Stunden gearbeitet, was bei 48 möglichen Arbeitswochen durchschnittlich nicht einmal zwei Stunden pro Woche ergebe.

Laut Bundesgericht ist bei der Berechnung des Durchschnitts nur jene Wochen zu berücksichtigen, in denen die betroffene Person tatsächlich gearbeitet habe. In diesem Fall sei der Betroffene im massgebenden Jahr nur während zehn Wochen als Angestellter tätig gewesen. Der Wochendurchschnitt betrage damit neun Stunden, womit er bei der Versicherung auch für Nichtberufsunfälle ver­sichert sei. (Quelle: BGE 8C_859/2012 vom 29.7.2013)

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